Filomena´s Blog

Sein im formlosen und wandelbaren

Tanz der Gefühle

06.03.08 (Aus dem Herzen)

Tanz der Gefühle, weil sie sich in einem wundervollen Wechselspiel dauernd bewegen. Längere Zeit fühlte ich kaum was, es berührte mich auch nichts, da war immer nur Gleichmut. Bis das Gefühl der Verliebtheit wieder kam, etwas später tauchte der Mann auf, zu dem die Gefühle passen. Nun erforsche ich die Gefühle, es ist interessant, sie fühlen sich so verschieden an, sie wechseln so rasch. Fühle ich die anderen Menschen so fühle ich mich selber in ihnen, diese Ähnlichkeiten. So war schon länger meine Absicht mich von meinem Mann scheiden zu lassen, obschon es keinen wirklich zwingenden Grund dafür gibt ausser dem Bedürfnis nach Alleinsein, doch wäre ich mehr allein, wenn ich geschieden wäre? So versuche ich dies zu fühlen, wie sich das anfühlt. Ich fühle dabei auch meinen Mann den ich auch als mich selber erkenne, so ähnlich, ich fühle, dass ihm dies wehtun würde und ich fühle das ich mir damit selber weh tue. Ich fühle die Kinder, ich fühle den Geliebten, ich fühle die tiefe Sehnsucht, wortwörtlich, weil wir uns noch nie in Form begegnet sind. Unsere Gefühle laufen fast einheitlich, trotz der grossen räumlichen Distanz. Doch kommt es mir so vor, wenn ich jetzt auf und davon ginge, d.h. hier alles hinter mir lassen würde, als ob ich das Spiegelbild verändern wollte indem ich den Spiegel bemale…wie seltsam diese Vorstellung…den Spiegel bemalen, damit ein anderes Bild sichtbar wird. Schaue ich tief in mich ist da Zufriedenheit mit dem was ist, sogar Zufriedenheit, sich mit dem Geliebten nur online austauschen zu können. Zufriedenheit auch in dieser Ehe zu sein, in dieser kleinen Wohnung - weil ich es nicht mehr wahrnehme wenn ich den Blick nach innen gerichtet halte. Dennoch ist bei Verliebtheit der Reiz gross, ein bisschen aktiv bei Leela mit zu spielen, sich ein bisschen ins Spiel zu verlieren, aber bewusst.

So fühle ich auch immer wieder noch einen anderen Mann, mit dem fühle ich mich auch eins, ich kann eben nur mich selber fühlen. Ich weiss nicht was in Leela auftauchen wird, geschehen wird in diesem spannenden Spiel - nur dass ich im Hintergrund verweile, weil den Spiegel zu bemalen würde auch nur die Sicht einschränken. Ja, jetzt sind einfach die Gefühle interessant zu beobachtern, das tat ich nie bewusst, eher war ich oft Sklavin der Gefühle, jetzt die Beobachterin der Gefühle. Bin sehr gespannt was geschen wird, was im Augenblick geschieht ist spannend, auch wenn es scheinbar so anmuten, als würde ich mich frei in einem goldenen Käfig bewegen.

Ein Freund ist jemand,
der die Melodie Deines Herzens hört
und sie Dir vorsingt
wenn Du sie vergessen hat.

***

Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen.
Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
aber aufgehört haben zu leben.
 
(Mark Twain)
***

Wir machen immer einen Fehler: Wir investieren Gefühle, statt sie zu verschenken

6 Kommentare

  • 1
    Tobias:

    Schöner Beitrag, Vanilla.

    Ja, so sehe ich das auch, man fühlt sich immer nur selbst. Ramakrishna projezierte sich selbst so sehr in Kali, dass Kali für ihn lebendig wurde. Aber erst, als er dieses Spiegelbild zerschlug, zerteilte, dieses sich selbst gegenüber treten, als eine andere Gestalt (so lebendig sie auch wurde), erst dann, erkannte er sich selbst in dieser Projekttion. Es gibt da einen schönen Satsang darüber, von Nithyananda:

    http://www.youtube.com/watch?v=0B3aBqcfuNg&feature=related

    Lieben Gruß

    tobias

  • 2
    Brigitte:

    Liebe Filomena,

    ich bin ganz verliebt in deine Texte und die Art wie du schreibst. Du weißt das. Auch dieser Beitrag ist wunderschön und ich freue mich für dich. Gerade in letzter Zeit wird mir diese Spaltung zwischen erleuchteten und unerleuchteten Zuständen so bewußt. Zwei Seiten einer Medaille. Warum sollte ich an einem spirituellen Selbst festhalten und damit wieder eine künstliche Trennung schaffen. Ich bin hier, Leben will gelebt sein mit allen Facetten des Menschseins.

    Wir begegnen immer nur uns selbst und können uns niemals verpassen ;) Der Vers von Mark Twain hat mich total erwischt, Gänsehaut pur. Ganz hier sein und ganz leben.

    Viele liebe Grüße
    Brigitte

  • 3
    filomena:

    Lieber Tobias

    es ist das erste mal, dass ich mich so bewusst auf das Abenteuer Gefühle einlasse. Bisher war da eben völlige Unberührtheit, dennoch ist dieser Tanz der Gefühle etwas, was ich erfahren soll. Wie gerne hätte ich den Satsang, den du mir auf dem Link gabst besser verstanden, mein Englisch hinkt so sehr, doch das Herz hat es wieder gefühlt um was es ging. Vielleicht magst du mir ja daraus mal etwas übersetzen.

    In Liebe Filomena

  • 4
    filomena:

    Liebe Brigitte

    ja es ist sonderbar, was wir erfahren, einmal in Leela voll drin und es gibt kein Entfliehen daraus, als ob es so sein müsste, ein andermal sieht man es unberührt als Zuschauer. Was Mark Twain schrieb ist wirklich so wahr, es ist so ehrlich so innig. Es ist wie eine ständige Bewegung, mal Filmleinwand sein, mal voll mitfiebernd im Film sein….und ich kann nichts tun, bin einfach dabei.

    Sei ganz herzlich umarmt und gegrüsst
    Filomena

  • 5
    Tobias:

    Also, Vanilla, er übersetzte eine Sutra, die Shiva zugeschrieben wird,
    und für Liebende gedacht ist. Der/die Liebende betrachtet das Objekt
    der Liebe (egal ob Mensch oder Gegenstand), fließt in es ein, mit seinem ganzen Wesen (auch Gefühle), und vergisst darüber alle anderen Objekte,
    also alles was sonst noch hier ist. Dann vergisst der/die Liebende das Objekt der Liebe selbst, und bleibt zurück, als das, was er selbst ist.
    Er erklärt das auch an der Meister/ Schüler Beziehung, oder an an der Hingabe an einen Gott. Das mal grob.

    Lieben Gruß

    tobias

  • 6
    filomena:

    Lieber Tobias

    vielen herzlichen Dank…ja so erfahre ich das auch.

    Liebe Grüsse Filomena

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